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Mallorca steht für Sonne, mediterranes Klima und einen außergewöhnlichen Lebensstil. Gerade deshalb unterschätzen manche internationale Immobilieneigentümer, dass auch auf der Insel intensive Unwetter, starke Windböen, Hagel und außergewöhnliche Wetterereignisse auftreten können.

Bei einer hochwertigen Villa mit großen Glasflächen, Terrassen, Garten, Poolbereich, elektrischen Toren oder aufwendiger Außenausstattung kann ein Sturm innerhalb kurzer Zeit erhebliche Schäden verursachen.

Doch eine der häufigsten Fehlannahmen lautet:

„Wenn meine Villa versichert ist, sind automatisch alle Sturmschäden gedeckt.“

So einfach ist es nicht.

Welche Schäden versichert sind, hängt von der jeweiligen Police, ihren Bedingungen, den versicherten Gegenständen, möglichen Grenzwerten und der konkreten Ursache des Schadens ab.

Für internationale Eigentümer auf Mallorca lohnt es sich deshalb, einige Punkte bereits vor dem nächsten Unwetter zu kennen.

  1. Nicht jeder starke Wind wird versicherungstechnisch gleich behandelt

Wind ist nicht gleich Wind.

Versicherungsverträge können für Schäden durch atmosphärische Ereignisse bestimmte Voraussetzungen oder Windgeschwindigkeiten festlegen. Deshalb sollte ein Eigentümer nicht davon ausgehen, dass jede Beschädigung, die während eines windigen Tages entsteht, automatisch versichert ist.

Nach einem größeren Sturm können für die Beurteilung unter anderem offizielle meteorologische Daten relevant werden.

Das ist gerade für ausländische Eigentümer wichtig, die das spanische Versicherungssystem möglicherweise nicht kennen.

Die entscheidende Frage lautet also nicht nur:

„Gab es einen Sturm?“

Sondern:

„Was genau hat den Schaden verursacht und welche Bedingungen sieht meine Police dafür vor?“

  1. Bei außergewöhnlichem Wind kommt der Consorcio de Compensación de Seguros ins Spiel

Spanien besitzt eine Besonderheit, die viele internationale Immobilieneigentümer aus ihrem Heimatland nicht kennen: den Consorcio de Compensación de Seguros (CCS).

Bestimmte außergewöhnliche Risiken werden über dieses System abgedeckt.

Bei Wind gelten insbesondere Tornados und außergewöhnliche Winde mit Böen von mehr als 120 km/h als außerordentliche Risiken im Sinne der entsprechenden Regelung.

Für einen Anspruch müssen jedoch die gesetzlichen und vertraglichen Voraussetzungen erfüllt sein. Unter anderem muss eine entsprechende Versicherung bestehen, zum Zeitpunkt des Ereignisses gültig sein und die Prämie ordnungsgemäß bezahlt worden sein.

Es ist deshalb ein Fehler zu glauben, der Consorcio sei ein allgemeiner Ersatz für eine gute Hausversicherung.

  1. Die Außenausstattung einer Luxusvilla wird leicht unterschätzt

Bei einer hochwertigen Villa auf Mallorca befindet sich ein erheblicher Teil des Immobilienwertes nicht nur innerhalb des Gebäudes.

Denken wir beispielsweise an:

  • Pergolen,
  • fest installierte Außenbeleuchtung,
  • elektrische Tore,
  • Sonnenschutzsysteme,
  • besondere Glasflächen,
  • technische Außeninstallationen,
  • hochwertige fest installierte Elemente rund um Terrassen und Garten.

Gerade bei Sturm können exponierte Bestandteile einer Immobilie betroffen sein.

Deshalb sollte bereits bei Vertragsabschluss genau geklärt werden, welche Elemente Bestandteil des versicherten Gebäudes sind und unter welchen Bedingungen Versicherungsschutz besteht.

  1. Bewegliche Gegenstände im Außenbereich sind ein anderes Thema

Ein weiterer Punkt, der häufig übersehen wird, ist der Unterschied zwischen fest installierten Bestandteilen und beweglichen Gegenständen.

Hochwertige Gartenmöbel, Dekorationen oder andere mobile Gegenstände auf Terrassen sollten bei einer Unwetterwarnung möglichst rechtzeitig gesichert oder an einen geschützten Ort gebracht werden.

Das ist nicht nur eine Frage des Schutzes des eigenen Eigentums.

Ein durch starken Wind bewegter Gegenstand kann zusätzlich andere Bestandteile der Immobilie beschädigen.

Prävention bleibt deshalb ein wesentlicher Bestandteil eines verantwortungsvollen Immobilienmanagements.

  1. Wartung kann bei der Schadenbeurteilung entscheidend sein

Versicherungsschutz sollte niemals mit der Annahme verwechselt werden, dass der Zustand einer Immobilie keine Rolle spielt.

Ein praktisches Beispiel:

Nach einem Sturm wird ein bereits deutlich beschädigtes oder schlecht gewartetes Bauteil endgültig zerstört.

Dann kann die Frage entstehen, ob der Sturm tatsächlich die alleinige Ursache war oder ob ein bereits vorhandener Zustand wesentlich zum Schaden beigetragen hat.

Gerade bei Zweitwohnsitzen sind regelmäßige Kontrollen daher besonders sinnvoll.

  1. Abwesenheit macht Vorbereitung wichtiger

Viele internationale Eigentümer verbringen nicht das ganze Jahr auf Mallorca.

Eine Familie aus Deutschland kann ihre Villa beispielsweise im Frühjahr und Sommer intensiv nutzen, während sie im Herbst mehrere Wochen oder Monate nicht auf der Insel ist.

Ein angekündigtes Unwetter stellt dann eine praktische Frage:

Wer überprüft die Immobilie, wenn der Eigentümer nicht da ist?

Vor einem schweren Wetterereignis kann es sinnvoll sein, Terrassen zu kontrollieren, bewegliche Gegenstände zu sichern, Sonnenschutzsysteme einzufahren und sicherzustellen, dass Türen und Fenster ordnungsgemäß geschlossen sind.

Nach dem Ereignis sollte die Immobilie möglichst zeitnah kontrolliert werden.

Eine gute Versicherung ist wichtig. Gute Prävention ist es ebenfalls.

  1. Nach einem Sturm sollte nicht sofort alles repariert werden

Wer nach einem Unwetter Schäden entdeckt, möchte verständlicherweise möglichst schnell handeln.

Vor umfangreichen Reparaturen sollte jedoch zunächst der Schaden dokumentiert und der Versicherer informiert werden.

Fotos und Videos können helfen, den Zustand unmittelbar nach dem Ereignis festzuhalten.

Soweit möglich und sicher, sollten außerdem beschädigte Gegenstände nicht voreilig entsorgt werden, bevor geklärt wurde, ob sie für die Schadenbeurteilung relevant sind.

Notwendige Maßnahmen zur Vermeidung weiterer unmittelbarer Schäden sind davon natürlich zu unterscheiden.

  1. Schnelle Schadenmeldung erleichtert die Bearbeitung

Der Consorcio empfiehlt bei außergewöhnlichen Schäden eine möglichst frühzeitige Meldung, da eine schnelle Anzeige auch eine frühere Bearbeitung ermöglicht.

Bei Windereignissen gibt es außerdem eine interessante Besonderheit: Weil die meteorologische Feststellung, ob außergewöhnliche Windgeschwindigkeiten erreicht wurden, Zeit beanspruchen kann, haben Versicherer und Consorcio ein Verfahren vorgesehen, das die Schadenbearbeitung erleichtern soll. Der Versicherte kann sich zunächst an seinen Versicherer wenden.

Für internationale Eigentümer ist das besonders hilfreich: Sie müssen nicht selbst meteorologisch beurteilen, welche Institution letztlich zuständig ist.

  1. Nach größeren Investitionen sollte die Police überprüft werden

Eine Villa verändert sich im Laufe der Jahre.

Vielleicht wurde seit Abschluss der Versicherung:

  • eine Pergola installiert,
  • die Außenbeleuchtung vollständig erneuert,
  • ein elektrisches Tor ersetzt,
  • ein Smart-Home-System erweitert,
  • eine hochwertige Außenküche gebaut,
  • oder die Immobilie umfassend modernisiert.

Dann stellt sich die Frage, ob die ursprünglich angegebenen Werte und Eigenschaften noch der heutigen Villa entsprechen.

Ein Sturm ist der falsche Zeitpunkt, um erstmals festzustellen, dass eine Police seit Jahren nicht mehr überprüft wurde.

  1. Versicherung und Prävention gehören zusammen

Bei hochwertigen Immobilien sollte die Strategie deshalb aus zwei Teilen bestehen.

Erstens: eine Versicherung, die zur tatsächlichen Immobilie, ihrer Nutzung und ihren Werten passt.

Zweitens: eine gute Prävention und regelmäßige Kontrolle des Hauses.

Gerade bei internationalen Eigentümern mit Zweitwohnsitz auf Mallorca kann diese Kombination besonders wichtig sein.

Welche Fragen sollten Eigentümer ihrer Versicherungsagentur stellen?

Vor der nächsten Sturmsaison lohnt es sich, einige konkrete Fragen zu klären:

Welche atmosphärischen Ereignisse umfasst meine Police?

Welche Voraussetzungen oder Grenzwerte gelten bei Wind?

Welche Außenbestandteile meiner Villa sind versichert?

Sind die aktuell angegebenen Gebäudewerte noch realistisch?

Wurden größere Umbauten und neue Installationen berücksichtigt?

Was sollte ich unmittelbar nach einem Sturmschaden tun?

Die Antworten hängen von der konkreten Police ab. Genau deshalb ist eine individuelle Prüfung sinnvoll.

Fazit

Stürme auf Mallorca erinnern daran, dass selbst eine Insel, die für Sonne und mediterranes Lebensgefühl bekannt ist, außergewöhnlichen Wetterereignissen ausgesetzt sein kann.

Für internationale Eigentümer hochwertiger Immobilien liegt das größte Risiko häufig nicht darin, dass sie überhaupt keine Versicherung besitzen.

Es liegt vielmehr darin, nicht genau zu wissen, was ihre bestehende Versicherung tatsächlich abdeckt und welche Voraussetzungen gelten.

Windgeschwindigkeiten, Ursache des Schadens, Zustand der Immobilie, versicherte Außenbestandteile, korrekte Werte und die Abgrenzung zu außergewöhnlichen Risiken des Consorcio können im Schadenfall eine wichtige Rolle spielen.

Gerade Eigentümer, die einen Teil des Jahres außerhalb Mallorcas verbringen, sollten deshalb Versicherungsschutz, präventive Kontrolle und Vorgehensweise im Schadenfall frühzeitig organisieren.

Ein spezialisierter Versicherungsberater kann dabei helfen, die bestehende Police anhand der tatsächlichen Immobilie zu überprüfen und offene Fragen zu klären, bevor ein Sturm sie plötzlich relevant macht.

Für eine hochwertige Villa auf Mallorca bedeutet guter Versicherungsschutz deshalb nicht nur, eine Police zu besitzen.

Es bedeutet vor allem, zu wissen, wie die eigene Immobilie tatsächlich geschützt ist.